Firmengeschichte

Global Bioenergies wurde 2008 gemeinsam von Marc Delcourt, einem Unternehmer im Bereich der Biotechnologie, und Philippe Marlière, der die der Technologie zu Grunde liegende Idee hatte, gegründet. Das Unternehmen entwickelte sich in mehreren Phasen.

 

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Erste Phase – Machbarkeitsstudie

In einer ersten Phase ist es Global Bioenergies gelungen, einen ersten Prototyp im Labormaßstab zu erstellen und damit das Grundkonzept seiner Technologie zu bestätigen.

Das Unternehmen hat gleichfalls die Grundlagen seines geistigen Eigentums geschaffen und hält die ausschließlichen Rechte an einem Patentportfolio, das sich in ständiger Weiterentwicklung befindet.

 

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Das Unternehmen baute auch den Grundstein für sein geistiges Eigentum und verfügt über exklusive Rechte an einem Portfolio von Patenten im Gange.

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Zweite Phase – Entwicklung im Labor

In einer zweiten Phase und nach dem Börsengang des Unternehmens an der Alternext in Paris entwickelte das Unternehmen das Verfahren auf Laborebene. Auch heute arbeitet das Unternehmen noch kontinuierlich an der Maximierung der Verfahrensparameter.

 

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Dritte Phase – Industrialisierung

Die dritte Phase wurde 2013 mit der Kapitalerhöhung in Höhe von 23 Mio. Euro eingeleitet. Sie diente der industriellen Nutzbarmachung des Verfahrens: Am agrarindustriellen Standort von Pomacle-Bazancourt in Reims wurde eine Pilotanlage mit einer jährlichen Produktionskapazität von 10 Tonnen Isobuten installiert.

Programm BioMA+: Im Oktober 2013 begann die Zusammenarbeit mit ARKEMA und dem CNRS für drei Jahre. Von einer staatliche Finanzierung (Programm Investissements d’Avenir) in Höhe von 5,2 Mio. €, entfielen 4,0 Mio. € auf Global Bioenergies. Das Ziel ist der Aufbau eines neuen Wirtschaftszweigs für die Umwandlung von Zucker in Isobuten und anschließend in Methacrylsäure, ein Hauptbestandteil von Acrylfarben.

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Das Projekt wurde von der französischen Agentur für Umwelt und Energiewirtschaft ADEME für eine Finanzierung im Rahmen des Zukunftsinvestitionsprogramms „Investissements d’Avenir“ ausgewählt.

Die seit Anfang 2015 voll betriebsfähige Pilotanlage ermöglichte die Einführung des Verfahrens in ein industrielles Umfeld in einer zehnmal größeren Größenordnung als im Labor. Die ersten Chargen an Isobuten wurden bereits an Arkema geliefert.

Am Raffineriestandort Leuna in Deutschland befindet sich eine Demonstrationsanlage mit einer jährlichen Produktionskapazität von 100 Tonnen Isobuten im Bau, die 2016 den Betrieb aufnehmen soll. Deren Finanzierung wurde durch eine Förderung des deutschen Staates durch das BMBF in Höhe von 5,7 Mio. € und durch ein Darlehen in Höhe von 4,4 Mio. € seitens eines französischen Bankkonsortiums gesichert. Diese Demonstrationsanlage bildet die letzte Etappe für die Industrialisierung des Isobutenverfahrens.

 

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Deren Finanzierung wurde durch eine Subvention des deutschen Staates in Höhe von 5,7 Mio. € und ein Darlehen in Höhe von 4,4 Mio. € seitens eines französischen Bankkonsortiums gesichert. Diese Demonstrationsanlage bildet die letzte Etappe der industriellen Nutzung des Isobutanverfahrens.

   

Vierte Phase – Vermarktung

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Die vierte Phase für die Vermarktung der Technologie wurde eingeleitet. In Frankreich soll ein erstes Werk in voller Größe an gesiedelt werden. Global Bioenergies und Cristal Union, der zweitgrößte Zuckerproduzentin Frankreich, bildeten im Mai 2015 ein Joint-Venture, das paritätisch gehalten wird.

„IBN-One“ erhielt von Global Bioenergies die Lizenz zur Nutzung des Isobutenverfahrens für eine maximale Produktion von 50.000 Tonnen pro Jahr. Ziel von IBN-One ist, die für die technische Umsetzung und den anschließenden Bau des Werks erforderlichen Mittel schrittweise zu beschaffen. Mögliche Partner für den Bau von IBN-One sind Unternehmen der chemischen Industrie und Kraftstoffindustrie.

 

In Europa und in den Vereinigten Staaten ermöglichen die mit Biokraftstoffen verbundenen Steuervorteile den ersten Werken, die Rentabilität ab einem Erdölpreis von 50 US-Dollar pro Barrel zu erreichen.

In einem zweiten Schritt würden einige Dutzend Werke jeweils zwischen 50.000 und 200.000 Tonnen Isobuten, Butadien oder Propylen produzieren und auf den Märkten für Kunststoff und Kautschuk rentabel betrieben. Ein Ölpreis von 85 US-Dollar pro Barrel wäre dafür ausreichend. Diese Werke gewährleisten das profitable Wachstum von Global Bioenergies, wobei Global Bioenergies von allen diesen Werken Meilensteinzahlungen und Tantiemen erhält. Diese im ländlichen Raum angesiedelten Werke stehen für jeweils etwa fünfzig direkte lokale Arbeitsplätze.

Längerfristig und sobald die weltweite Ölförderung zurück geht und der Erdölpreis 150 US-Dollar pro Barrel überschreitet, könnte das Isobutenverfahren zur Grundlage der weltweiten Treibstoffversorgung werden.

Durch die chemische Kondensation von zwei Isobutenmolekülen kann auch Isooktan produziert werden, das ohne Volumenbegrenzung und ohne Veränderung der Eigenschaften mit fossilem Benzin gemischt werden kann.

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Die Produktion von sogenannten „Drop-in-Kraftstoffen“ ermöglicht es, über die die Erschöpfung des fossilen Erdöls hinaus, die Infrastrukturen für Lagerung, Beförderung oder Verteilung weiter zu nutzen. Die Welt wird dadurch zukünftig dezentralisiert und umweltfreundlich mit Treibstoffen versorgt werden.

Der deutsche Automobilhersteller Audi unterstützt diese Vision bereits durch die Kollaboration mit Global Bioenergies.

 

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Wenn diese Vision Wirklichkeit wird, könnte das Isobutenverfahren von Global Bioenergies mittels zahlreicher, weltweiter Werken die industriellen Strukturen tiefgreifend verändern.